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    Hochschulambulanz für Psychotherapie

    Fortbildung Schematherapie

    Der Studiengang für Psychologische Psychotherapie der Universität Würz­burg bietet 2018 erstmalig eine Fortbildung in Schematherapie an. Bei der Schematherapie handelt es sich um ein integratives Therapiekonzept, das Elemente der Gestalttherapie, der Bindungstheorie und psychoanalytische Sichtweisen mit der kogniti­ven Verhaltenstherapie vereint.

    J. E. Young entwickelte sie in den 90er Jahren für Patienten mit chro­nischen psychischen Erkrankungen, die aufgrund ihrer rigiden und dysfunktionalen Denk­strukturen, des fehlenden Kontaktes zu ihren eigenen Emotionen und einer unsiche­ren Bindung zum Therapeuten oft­mals nicht zu­friedenstellend auf kognitive Verhaltensthe­rapie ansprechen. Dazu gehören neben schweren chronischen Achse-I-Störungen vor allem Persönlichkeitsstörungen. Die Sche­matherapie stößt in den letzten Jahren nicht zuletzt wegen der guten Wirksamkeit in der Behandlung von Per­sönlichkeitsstörungen auf großes Interesse.

    Kernbegriffe der Schematherapie sind Schemata und Schema-Modi. Schemata sind starre und dys­funktionale Lebensmuster („Lebensfallen“), die Patienten in der zufriedenstellenden Gestaltung ihres Le­bens behindern. Als Schema-Modi werden emotionale Zustände oder Selbstan­teile bezeichnet, die zu einem aktuellen Zeitpunkt das Erleben und Verhalten eines Pa­tienten dominieren.

     Zentraler Baustein des therapeutischen Prozesses ist die Therapiebe­ziehung. Durch be­grenz­­­te elterliche Fürsorge sollen Patienten Erfahrungen nachholen, durch deren Ab­we­sen­heit bestimmte Schemata und Bewältigungsstrategien entstanden sind. Ziel der Sche­ma­the­rapie ist es, den Patienten zu helfen, Kernbedürfnisse zu erkennen und diese in adap­tiver Weise zu befriedigen.

    Programminhalte

    In drei aufeinander aufbauenden Workshops (insge­samt 37 Unterrichtseinheiten) sollen die Grundlagen der Schematherapie hinsichtlich Fallkonzeptualisierung, Behandlungsstrategie und Therapiebeziehung in insge­samt 37 Unterrichtseinheiten vermittelt werden.

    Die Schematherapie wird in der Form vermittelt, wie sie sich in internationalen Studien em­pirisch als hoch wirksam in der Behandlung von Persönlichkeitsstörungen erwiesen hat. Schwer­punkte liegen auf dem Einsatz des Schema-Modusmodells und emotionsfokussierten Interventionstechniken. Zugrunde gelegt wird u.a. das Manual von Reiss, Farrell & Shaw (2015), in dem Begleit- und Patientenmaterialien sowohl für das Einzel- als auch für das Gruppensetting vorliegen.

    Alle Kurse sind stark praxisorientiert. Neben kur­zen theoretischen Überblicken zu den The­men­bereichen sollen dabei Demon­stra­tionen der Kursleiterinnen und Übungen der Teil­neh­mer als Lehrmethoden zum Einsatz kom­men. 

    WS I: Einführung in die Schematherapie und Fallkonzeptualisierung (14 UE)

    In diesem Workshop werden Kenntnisse zu den 18 maladaptiven Schemata nach J.E. Young sowie den sogenannten-Schema Modi vermittelt. Ein Fokus wird hierbei auf der Fallkonzep­tua­lisierung nach dem Modusmodell liegen.

    Workshop II: Schematherapeutische Behandlungsstrategien (13 UE)

    In diesem Workshop werden kognitive (z.B. Schema-Memokarten, Schematagebücher), behaviorale (z.B. Rollenspiele, Verhaltensexperimente) und erlebensbasierte Interven­tions­strategien (z.B. Imagination, Stuhltechnik) zum Umgang mit kindlichen Modi und dys­funk­tionalen Elternmodi vermittelt. Ein Fokus wird hierbei auf den erlebensbasierten Techniken, insbesondere dem imaginativen Überschreiben liegen.

    Workshop III: Therapiebeziehung in der Schematherapie (10 UE)

    Dieser Workshop fokussiert auf die therapeutische Beziehungsgestaltung in der Schema­the­rapie und den Umgang mit Bewältigungsmodi. Die therapeutische Beziehung wird nach dem Mo­­dell der begrenzten elterlichen Fürsorge („limited reparenting“) gestaltet und gilt in der Sche­­matherapie als ein Mittel der Intervention, um Patienten korrektive Erfahrungen zu er­mög­lichen. Ein weiterer Fokus dieses Workshops wird auf Interventionsstrategien zum Um­gang mit unterschiedlichen maladaptiven Bewältigungsmodi liegen. Hierbei wird insbeson­dere auf die Technik der empathischen Konfrontation eingegangen.

     

    Organisatorisches

    Zielgruppe:

    Das Curriculum richtet sich an Psychologen und Psychologinnen, Ärzte und Ärztinnen mit In­te­res­se an Schematherapie.

    Termine und Zeiten:

    WS I                4./5. Mai 2018 (Fr 16-20 h, Sa 9-17 h)

    WS II               28./29. September 2018 (Fr 16-19.30 h, Sa 9-17 h)

    WS III              24. November 2018 (Sa 9-18 h)

    Kosten und Anmeldebedingungen:

    700,00 Euro (mind. 12, max. 20 Teilnehmer)

    Für Absolventen des Studiengangs Psychologische Psychotherapie wird das Curriculum ver­gün­stigt angeboten (600,00 €).

    Das Curriculum wird als geschlossener Kurs angeboten. Die Anmeldung entspricht der Zu­sa­ge zu allen drei Workshops. In Absprache mit den Veranstaltern ist ggf. ist die Anmeldung für einen einzelnen Workshop möglich

    Ein Anmeldeformular kann hier heruntergeladen werden.

    Ein Rücktritt ist nur schrift­lich möglich Bis vier Wochen vor Kursbeginn werden 50% der Ge­bühr, bei späterer Absage die Gesamtgebühr fällig. Sollte der Kurs aufgrund zu geringer Anmel­dungen nicht durchgeführt werden können, erfolgt die Stornierung zwei Wochen vor Beginn und Sie erhalten die Gebühr umgehend zurückerstattet.

    Seminarleiterinnen:

    Dr. Neele Reiß studierte Psychologie in Marburg und Pennsylvania (USA). Sie ist psychologische Psychotherapeutin in eigener Praxis und wissenschaft­liche Mitar­beiterin am Institut für Psychologie der Goethe Universität Frank­furt. Ihr Forschungs­schwerpunkt ist die differentielle Wirksamkeit von Psy­cho­therapie­verfah­ren und -techniken, vor allem im Bereich der Schematherapie und Imagi­nationsverfah­ren.

    Dr. Friederike Vogel studierte Medizin in Würzburg, Louisville (USA) und Luzern (Schweiz). Sie ist ärztliche Psychotherapeutin in eigener Praxis und Oberärztin an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der vitos Klinik

    Beide Dozentinnen sind zertifizierte Schematherapeutinnen und Supervisorinnen (Einzel- und Gruppentherapie) nach den Kriterien der „International Society für Schematherapy“ (ISST), Leiterinnen von nationalen und internationalen Workshops und Au­torinnen von Artikeln und Lehrbüchern. Sie leiten zusam­men das Institut für Psychothe­rapie in Mainz (ipsti-mz) und arbeiteten bis 2012 an der Klinik für Psychiatrie und Psychothe­rapie der Universität Mainz auf einer Schwerpunktstation für Patienten mit Borderline-Per­sönlich­keitsstörung.

    Akkreditierung

    Alle drei Workshops werden bei der PTK Bayern akkreditiert, so dass Fortbildungspunkte (1 Unterrichtseinheit entspricht 1 Fortbildungspunkt) erworben werden können.

    Für die Zertifizierung zur Schematherapeutin / zum Schematherapeuten nach den Kriterien der ISST sind neben den Workshops I, II und III zusätz­lich zwei weitere eintägige Spezial­workshops (Workshop IV) erforderlich, die zu verschie­de­nen Störungsbildern am ipsti-mz angeboten werden. Zudem sind Supervisions-und Selbst­erfahrungs­einheiten zu absolvieren. Weitere Informationen erhalten Sie direkt bei Frau Dr. Vogel (vogel@ipsti-mz.de).

    Literaturempfehlungen

    Jacob, G. & Seebauer, L. (2011). Andere Wege gehen. Ein schematherapeutisches Selbsthilfebuch. Weinheim: Beltz.

    Jacob, G. & Seebauer, L. (Hrsg.) (2013). Fallbuch Schematherapie. Weinheim: Beltz Workshops.

    Reiss, N., Farrell, J. & Shaw, I.A. (2015). Schematherapie erfolgreich anwenden. Paderborn: Junfermann.

    Reiss, N. & Vogel, F. (2014). Empathische Konfrontation in Schematherapie. Weinheim: Beltz.

    Reiss, N., Vogel, F. & Knörnschild, C. (2016). Schematherapie bei Patienten mit aggressivem Verhalten. Göttingen: Hogrefe.

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    Kontakt

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